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Deutsches Institut für Psychotraumatologie -gegr. 1991 als erste Facheinrichtung für Psychotraumatologie- |
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Besondere Sorgfalt hat das DIPT seit seiner Gründung auf eine qualifizierte Weiterbildung in Psychotraumatologie verwandt. So bietet es neben dem Curriculum für Fachpsychotherapeuten (Eingangsvoraussetzung Approbation in Psychotherapie) die Weiterbildung zum Fachberater für Klinische Psychologie und Psychotraumatologie an (für Klinische Psychologen), zum Fachberater für Psychotraumtologie (Psychologen, Ärzte, Pädagogen), zum sozialen Ansprechpartner und Berater für Psychotraumatologie (Rettungsdienste, Krankenpflegepersonal) sowie zum Fachgutachter für Psychotraumatologie (Psychologen und Ärzte). Die Forschungsergebnisse aus den verschiedenen Arbeitsfeldern werden hier für die unterschiedlichen Berufsgruppen nutzbar gemacht. Konsequenzen aus der Psychotherapiestudie sowie Grundlagen für Krisenintervention und verschiedene Formen der Beratung sind im Manual MPTT (Mehrdimensionale Psychodynamische Traumatherapie, Fischer 2000a) systematisch zusammengestellt. Über das Dokumentationssystem KÖDOPS (Kölner Dokumentationssystem für Psychotherapie und Traumabehandlung, Fischer 2000b) wird in den verschiedenen Einsatzgebieten Qualitätssicherung betrieben, um den kontinuierlichen Verbesserungsprozeß zu gewährleisteten, der auf dem jungen und forschungsbedürftigen Gebiet der Psychotraumatologie und Traumatherapie erforderlich ist. Zu KÖDOPS gehört ein computergestütztes Dokumentationsmodul, mit dem sich Verlauf und Ergebnis einer Intervention erfassen und visualisieren lassen.
Das DIPT setzt sich für Anerkennung der Traumatherapie als einer Zusatzqualifikation im Rahmen der Fachpsychotherapie ein. Im Weiterbildungsangebot des DIPT wird eine breite, möglichst repräsentative Palette wissenschaftlich erprobter traumatherapeutischer Techniken angeboten. Die Zusatzausbildung des DIPT wird zertifiziert auch durch den Ausbildungsausschuß der Deutschen Akademie für Psychotraumatologie (DAPT), Mitglied der EAPTL (Europäischen Akademie für Psychotraumatologie). Der Ausbildungsausschuß entscheidet über die Anerkennung als Dozent, Trainer und Supervisor.
Traumatherapeuten DIPT/DAPT verfügen über fachliche Kenntnisse und Fertigkeiten in einem traumatherapeutischen Verfahren, das seinerseits in ein bewährtes Verfahren der Psychotherapie integriert ist. Die Traumatherapeutin hat gelernt, psychische Störungen verschiedener Ätiologie (traumatisch, psychobiologisch, Untersozialisation, Übersozialisation) und Nosologie zuverlässig zu erkennen und differentiell zu behandeln. Innerhalb des Traumaspektrums wiederum bilden Differentialdiagnose, Erstellung der Fallkonzeption, differentielle Indikation (und Kontraindikation) traumatherapeutischer Techniken sowie die Fähigkeit zu Dokumentation, Qualitätssicherung und Eigensupervision den Kern des Qualifikationsprofils. Eine Spezialisierung ist wünschenswert innerhalb der Speziellen Psychotraumatologie, z.B. Unfallopfer, Gewaltopfer, politisch Verfolgte usf., da fundierte Kenntnisse über Hintergründe und Rahmenbedingungen der Traumatisierung erforderlich sind, um als Traumatherapeutin erfolgreich arbeiten zu können.
Die Anforderungen eines traumatherapeutischen Verfahrens erfüllen gegenwärtig MPTT, PITT (Psychodynamisch-imaginative Traumatherapie, Reddemann 2000; Reddemann & Sachsse 2000) und das Manual der kognitiv-behavioralen Traumatherapie nach Meichenbaum (1994). Der Weiterbildungsgang DIPT/DAPT bietet diese jeweils eher psychodynamischen oder behavioralen Paradigmen an und ist bemüht, die für die Traumatherapie bisweilen sogar kontraproduktive Kluft zwischen traditioneller Psychodynamik vs. Verhaltenstherapie zu überwinden. So stellt die MPTT bereits eine integrative Verbindung psychodynamischer und behavioraler Aspekte dar. Auch die PITT integriert kognitiv-behaviorale und psychodynamische Elemente. Die Module des Dokumentationssystems KÖDOPS eignen sich ebenso für behaviorale wie für psychodynamische Aspekte. Darüberhinaus enthält es Dokumentationselemente für somatische und pharmakologische Traumabehandlung sowie für körpertherapeutische Techniken. In dieser Konstellation ermöglichen die Verfahren eine personbezogene, differentielle Indikation (und Kontraindikation) der verschiedenen stabilisierenden (z.B. imaginativ, Entspannung, pharmakologisch, hypnotherapeutisch, Selbstmanagement, Streßimpfung usf.) und traumabearbeitenden Techniken (imaginativ, rekonstruktiv, EMDR, hypnotherapeutisch, körperbezogen, Tanz- und Bewegungstherapie, Malen, Musik usf.). Da Psychotherapie mehr und etwas anderes ist als die bloße „Anwendung von Techniken“, sondern auf einer individuellen Fallkonzeption und Behandlungsplanung, auf differentieller und adaptiver Indikation und Verlaufskontrolle basiert, ist die Weiterbildung DIPT/DAPT wesentlich auf den Erwerb dieser integrativen Planungskompetenz ausgerichtet. Die klinische Tätigkeit wird in diesem Rahmen zugleich als klinische Forschungstätigkeit verstanden, da gegenwärtig noch bedeutende Entwicklungschancen, aber auch Entwicklungsbedarf für eine integrierte Traumatherapie besteht.